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Säen mit Erfolg
Im März wenn die Bäume
noch kahl und die Sträucher noch braun sind, fallen
die Würfel: Entweder Sie greifen nach den Eisheiligen
tiefer in den Geldbeutel und setzen beim Gärtner gekaufte
Pflänzchen in die Erde. oder Sie ziehen im Vorfrühling
aus Samen - was wesentlich billiger ist - Pflanzen selber
an. Einfach und bequem ist es nicht. Aber es macht mehr
Spaß. und die Auswahl ist wesentlich größer. Mit einigen
Ausnahmen, wie Pelargonien und Alpenveilchen, die bereits
im Dezember ausgesät werden dürfen, müssen Sie mit den
meisten Blumen- und Gemüsearten bis Anfang März warten.
Noch fehlt das erforderliche Licht, denn die Werte liegen
meist unter 1000 Lux. Durch voreiliges Aussäen in Januar
bekommen Sie nur schwache, anfällige Pflanzen mit Geilwuchs.
Anssaaterde und Zimmertemperatur
Zum Säen mit Erfolg gehört
nicht nur Licht und Wärme, sondern auch die richtige
Erde. Nicht jede Pflanzenerde ist für jeden Samen geeignet.
Ob Sie die Aussaat in einem Minigewächshaus oder einem
flachen Kistchen vornehmen, hängt auch von dem Platz
ab, der Ihnen dafür zur Verfügung steht. Die Aussaat-
oder Anzuchterde muß feinkörnig, ungedüngt und keimfrei
sein. Sie können sie fertig kaufen oder vorhandene Komposterde
im Backofen sterilisieren. Für diesen Zweck ist Bratfolie
wie geschaffen. Anstelle des Bratens wird Erde eingefüllt.
Bei 150 °C ist sie innerhalb von 30 Minuten keimfrei
und nach dem Abkühlen sofort verwendungsfähig.
Normale Blumenerde ist
für Aussaaten ungeeignet, denn der Sämling mit seinen
feinen Wurzeln »verbrennt« in gedüngter Erde. Aber mit
der richtigen Anzuchterde allein ist der Erfolg noch
nicht gesichert. Aussäen - Erde aufstreuen - und schon
sprießt die Saat - ist leider Wunschdenken. Das nächste
Problem ist nämlich die richtige Temperatur. Besonders
wärmebedürftig sind alle tropischen und subtropischen
Pflanzen, zum Beispiel Gurken, Paprika, Tomaten, Auberginen,
Melonen, aber auch Zimmerpflanzen, wie Bananen, Palmen,
Eierbaum, Stechapfel, Kaffeestrauch, Kakteen. Die meisten
Pflanzen keimen bei 20-30 °C. Der Fensterplatz über
der Heizung ist ein idealer Standort, sofern es Tag
und Nacht gleichmäßig warm ist. Wenn das nicht der Fall
ist, kann eine Keimbox bzw ein Heizkissen oder eine
spezielle Wärmematte, auf die die Saatschalen gestellt
werden, sehr nützlich sein. Exotisches Saatgut braucht
zum Keimen aber nicht nur gleichmäßige Temperaturen,
sondern auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Für Hobbygärtner,
die das Besondere lieben, gibt es regelbare, handliche
Heimgewächshäuser. Ganz ohne Erde, nur auf Wasser, keimen
bei Zimmerwärme Kresse, Keimsprosse und Weizenkeime
in speziellen Schalen.
Die Frostkeimer
In vielen Samen weckt
Kälte erst die Lebensgeister. Eigentlich müßten sie
Kaltkeimer heißen, denn es sind die Temperaturen um
0 °C, die die Hemmstoffe des Samenkorns abbauen und
es zum Keimen bringen. Von September bis November werden
diese »Frostkeimer« ausgesät. Zu ihnen zählen: Himmelsschlüssel,
Küchenschelle, Christrose, Duftveilchen. Von Januar
an werden diese in Töpfen ausgesäten Pflanzen bei Eis
und Schnee ins Freie gestellt. Wer keinen Garten besitzt,
kann die Frostkeimer auch im Kühlschrank zum Keimen
bringen. Die Aussaatschale kommt in einen Gefrierbeutel,
der gut verschlossen bei -4 bis +2 °C für 4-6 Wochen
im Kühlschrank bleibt. Im Wonnemonat Mai sind dann die
Frostkeimer bis auf die Christrose aufgegangen, bei
der es bis zu einem Jahr dauern kann, bevor der hartschalige
Samen keimt. Zum Aussäen eignen sich am besten kleine
Holzkisten, Fruchtschalen, Quarkschälchen usw. Der Samen
wird möglichst gleichmäßig ausgestreut und mit einer
dünnen Schicht Sand bedeckt.
Drücken Sie den Samen
mit einem glatten Brettchen an und besprühen Sie ihn
anschließend mit Wasser aus dem Wäschesprüher. Wenn
Sie danach die Aussaatschale in einen Plastikbeutel
stecken und zubinden, dann schützen Sie Samen und Keimlinge
vor dem Austrocknen und sind von dem lästigen Gießen
befreit.
Lichtkeimer und Dunkelkeimer
Richtige Aussaaterde
und Temperatur genügen allein noch nicht, ein wichtiger
Faktor ist auch das Licht. Es gibt typische Lichtkeimer,
wie Kakteen, Fleißiges Lieschen, Brunnenkresse, Kamille
und viele Kräuter. Bei diesen Lichtkeimern wird der
Samen nicht mit Erde bedeckt, sondern über die Schale
lediglich eine Klarsichtfolie gespannt.
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