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Der Heidegarten

Der Heidegarten ist einer der wenigen Gärten, der Ihnen sicherlich nicht über den Kopf wächst. Viel zu wenig ist bisher über die kleine genügsame Pflanze geschrieben worden, die sich unter dem Sammelbegriff »Heide« verbirgt. Kein Wunder also, daß sie weitgehend nur schlicht in Winter- und Sommerheide eingeteilt wird. Dabei hat die Heide fast das ganze Jahr über Saison, vorausgesetzt, Sie achten beim Kauf auf die verschiedenen Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten. Die Auswahl ist nicht gering, denn immerhin stehen 360 Heidekraut - und Heide -Arten und -Sorten zur Verfügung. Es gibt kaum eine zweite Pflanzengattung, mit der sich der Traum einer fortlaufenden Blüte über alle Jahreszeiten erfüllen läßt. Die beste Pflanzzeit hierfür ist von August bis Ende September, denn dann ist das Sortiment noch vollständig, so daß spezielle Pflanzenwünsche realisiert werden können. Selbstverständlich kann auch im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist, gepflanzt werden, nur sind dann Raritäten meist nicht mehr zu finden. Beim Kauf sind Sie gut beraten, wenn Sie sich für eine dominierende Erikafarbe entscheiden und diese gruppenweise mit andersfarbigen Sorten unterschiedlicher Blütezeiten ergänzen. Wählen Sie keinesfalls von jeder Sorte die gleiche Anzahl, denn ein buntgewürfeltes Blumenbeet ist noch lange kein natürlicher Heidegarten. Vervollständigen Sie Ihre Heidelandschaft mit dazugehörenden Begleitpflanzen, auch Steine und Wurzeln sind natürliche Attribute, die sich hier harmonisch einfügen. Ein Heidegarten ist unvollständig, wenn er neben Heidekraut und verschiedenen Heidesorten nicht noch durch weitere Pflanzen und andere Gestaltungselemente belebt wird.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Als Faustregel empfehlen wir, bei einer Heidegartenfläche von 10 qm nicht mehr als sieben bis acht verschiedene Sorten zu pflanzen. Nach Erfahrungen reichen sieben Pflanzen pro qm völlig aus, denn nur wenn jede Pflanze von Anfang an einen ausreichenden Lebensraum vorfindet, kann sie sich gesund entwickeln. Und Sie werden staunen, schon nach drei Jahren zeigt das Heidekraut sich flächendeckend. Um den Wuchs zu fördern, können Sie ab Mitte März mit Kuh- oder Hühner¬Dung nachhelfen. Manche Gartenarchitekten, die es auch gut mit Ihrem Geldbeutel meinen, rechnen zehn bis zwölf Pflanzen pro qm. Das Pflanzenergebnis sieht zwar zunächst besser aus, aber schon nach zwei Jahren verfügt die Einzelpflanze nicht mehr über genügend Lebensraum, es kommt zu Sauerstoffmangel und Pilzerkrankungen. Das wirkt sich nach und nach durch Vergreisen der Pflanzen aus.

Aber nicht allein die richtige Auswahl nach Blütezeit und Farben sowie die Menge der Pflanzen sind entscheidend für die Pracht eines Heidegartens, sondern vor allem der sonnige Standort und die Bodenbeschaffenheit. Von Natur aus ist der Heideboden sandig. Bei Sandböden ist die vorgesehene Pflanzfläche lediglich mit einem Gemisch aus Torf und Laub beziehungsweise Nadelerde oder Rindenmulch aufzuwerten. Haben Sie einen schwachsauren Boden? Der günstigste pH-Wert liegt zwischen 3,8 und 4,8. Bei gut gepufferten Böden, das heißt bei sehr hohen Torf-Rohhumus-Gaben, ist eine Calluna-Bepflanzung noch bei pH 5 möglich, wenn Sie kein kalkhaltiges Gießwasser verwenden, sondern auf Regenwasser zurückgreifen. Bei Lehmböden müssen Sie vor der Pflanzung eine Rohhumusschiebt von 10-15 cm auftragen. Sie setzt sich aus Sand, Torf, Laub beziehungsweise Nadelerde und Rindenhumus zusammen. Hierbei müssen Sie noch mit einer Dränageschicht aus Sand Ihre Pflanzen vor Staunässe schützen. Bei problematischen schweren kalkhaltigen Böden wiederum sollten Sie vor der Heideepflanzung den pH-Wert ermitteln. Dazu bietet der Fachhandel einfache pH-Meßgeräte an.


 

 
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